Jedes Unternehmen muss der eigenen Region kulturellen Mehrwert bieten: die Geschichte von Biolab

In: Geschichte | Datum: 26. Januar 2016

[Das ist der zweite und letzte Teil der Geschichte von Biolab. Hier können Sie Teil 1 „Anderen Gutes tun“ lesen.]

Im Jahr 2010 organisierte Biolab das Festival Vegetariano zum ersten Mal. Die Veranstaltung wurde von Massimo Santinelli, fast könnte man sagen aus einer Laune heraus, ins Leben gerufen. Er, der schon immer davon überzeugt war, dass jedes Unternehmen seiner Region einen kulturellen Mehrwert bieten sollte. Am 19. September 2010 finden sich um das Firmenareal ca. 5.000 Menschen zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung mit vertiefenden Gesprächen zu Wissenschaft und Kultur, mit Unterhaltung und vegetarischen und veganen Köstlichkeiten zusammen. Auch die zweite Ausgabe des Festival Vegetariano im Jahr 2011 ist ein voller Erfolg und der Unternehmenssitz von Biolab wird dem Festival zu Ehren in Via dei Vegetariani [Straße der Vegetarier] umbenannt.

Biolab, Via dei Vegetariani, Gorizia

Das Festival Vegetariano findet fünf Jahre lang mit großem Zuspruch statt: 2012 und 2013 dauerte es drei Tage lang und tauchte am Wochenende die Innenstadt und besonders den Platz Piazza della Vittoria und nahegelegene Gassen in Biogrün. Im Jahr 2014 zeigt das Unternehmen wieder einmal sein Innovationspotential und wählt das vor kurzem sanierte Borgo Castello sowie die Burg als neue Location für die Veranstaltung aus. Besucht wurde das Event in Gorizia, auch dank der hundert Freiwilligen aus ganz Italien, mit über 80 geladenen Gästen und 62 Programmpunkten von 30.000 Schaulustigen.

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Im Jahr 2013 steigt der Umsatz bei Biolab im Gegensatz zum Jahr 2012 um über 60%. Das ist auch das Jahr, in dem ausgehend von Deutschland, dem Land, in dem am meisten Bio-Lebensmittel in Europa konsumiert werden, erstmals in den europäischen Markt exportiert wird.

Das Biosegment wächst und die Produktion steigt. Im Jahr 2014 wird Biolab um ein neues Werk nur 200 Meter vom Stammsitz entfernt erweitert. Die frühere Tischlerei wird in Stand gesetzt und an die neuen Bedürfnisse angepasst. Es wird darauf Wert gelegt, kein neues Werk aus dem Boden zu stampfen und zu zubetonieren, sondern ein bestehendes Gebäude zu adaptieren und einem neuen Zweck zu zuführen. Dort finden die renovierten und erweiterten Räumlichkeiten für die Tofu- und Seitanproduktion ihr neues Zuhause. Am Stammsitz werden hingegen die Produktionslinien verschlankt, um die Produktion von vegetarischen und veganen Fertigprodukten für die Biolab so berühmt geworden ist, zu steigern. Die leckeren Gerichte reichen vom vegetarischen Soja-Ragù alla Bolognese, Burger, Schnitzel bis zu Bällchen, Medaillons und Soja-Gulasch.

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Im Jahr 2014 wird Massimo Santinelli in den Vorstand des italienischen Bio-Herstellerverbands AssoBio gewählt. Ein Amt, das er mit viel Elan und Verantwortungsbewusstsein nach über 20 Jahren unternehmerischer Tätigkeit im Biobereich ausführt.

Im Jahr 2015 lässt Biolab auf dem Dach des neuen Werkes 80 thermische Sonnenkollektoren zur Warmwassererwärmung für die Produktion installieren. Das ist im Hinblick auf Energieeinsparungen und dem Umweltschutz ein konkretes Signal, das Teil der vom Unternehmen täglich umgesetzten Schutzmaßnahmen ist.

Massimo_Santinelli_Biolab

2015 werden die Weichen für ein umfassendes landwirtschaftliches Projekt durch den landwirtschaftlichen Betrieb „Santinelli Gorizia“, der ein Jahr zuvor vom Unternehmer Massimo und seiner Schwester Martina ins Leben gerufen wurde, gestellt: einige Rohstoffe biologisch anzubauen, die dem Bedarf des Unternehmens entsprechen.
Biolab geht damit mit gutem Beispiel voran und zieht kurze Fertigungsketten vor. Ziel ist es, innerhalb weniger Jahre ein integriertes Lebensmittelsystem vom Anbau durch den landwirtschaftlichen Betrieb bis zur Verarbeitung durch den Produktionsbetrieb zu schaffen.

Ein Teil ist dem Anbau des Rosa di Gorizia, dem exklusiven Görzer Radicchio, der nur kurz im Winter geerntet werden kann und, von dessen Förderwürdigkeit Massimo Santinelli überzeugt ist, vorbehalten. Dies stellt eine weitere Strategie zur Aufwertung der Region dar.

Ende 2015 hat Biolab insgesamt ca. 70 Mitarbeiter. Zukünftige Projekte sollen die begonnene Entwicklungstätigkeit weiter stärken: Im Bereich Forschung & Entwicklung hat man sich zum Ziel gesetzt, neue Produkte für Verbraucher, die immer umweltbewusster und anspruchsvoller agieren, zu entwickeln; im Bereich Handel wird auf eine Verstärkung der Exporttätigkeiten gesetzt.